Stake.us Klage in Los Angeles sorgt für Aufsehen
Die Nachricht schlug Ende August 2025 hohe Wellen: Die City Attorney von Los Angeles hat eine umfassende Stake.us Klage eingereicht. Ziel der Klage ist es, den Betreibern von Stake.us, ihren Partnern und Unterstützern den Betrieb eines angeblich illegalen Online-Glücksspielnetzwerks nachzuweisen.
Insgesamt sind 14 Parteien betroffen, darunter nicht nur die Gründer Ed Craven und Bijan Tehrani, sondern auch Partnerplattformen wie Kick Streaming sowie Entwickler und Anbieter von Spielen wie Evolution und Hacksaw. Der Vorwurf lautet, dass über sogenannte Sweepstakes Casinos ein System geschaffen wurde, das Glücksspiel simuliert und dabei geltende Gesetze des Bundesstaates Kalifornien verletzt.
Das Vorgehen ist von großer Tragweite, da es das erste Mal ist, dass in dieser Form auch externe Anbieter juristisch belangt werden sollen. Die Behörde argumentiert, dass es sich nicht nur um eine Grauzone handelt, sondern um eine klare Umgehung des Glücksspielrechts. Virtuelle Währungen wie „Stake Cash“ oder „Gold Coins“ seien lediglich ein Vorwand, um faktisch echtes Glücksspiel zu betreiben, ohne über eine reguläre Lizenz zu verfügen.
„Diese Betreiber haben ein Netzwerk erschaffen, das nicht nur Spieler täuscht, sondern auch geltendes Recht systematisch umgeht.“
Hintergrund der Stake.us Klage
Sweepstakes Casinos sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Sie locken Spieler mit kostenlosen Coins, die über verschiedene Wege in echtes Geld umgewandelt werden können. Offiziell handelt es sich nicht um Echtgeld-Casinos, da die Teilnahme meist über virtuelle Währungen erfolgt. Doch Behörden in mehreren Bundesstaaten sehen darin eine bewusste Verschleierung, um Glücksspielgesetze zu umgehen.
Die Stake.us Klage in Los Angeles baut auf genau dieser Argumentation auf. Sie wirft Stake.us vor, ein Geschäftsmodell etabliert zu haben, das Spieler zum Kauf von virtuellen Münzen animiert und dadurch dieselben Risiken wie reguläres Glücksspiel erzeugt. Da es keine Lizenz gibt, fehlen Kontrollmechanismen wie Altersprüfung, Spielerschutz und Steuerzahlungen. Das macht die Betreiber aus Sicht der Anklage zu einem illegalen Glücksspielring.
Brisant ist zudem, dass auch die Zulieferer wie Evolution und Hacksaw in die Klage einbezogen werden. Sie sollen durch ihre Spieleinhalte und technische Unterstützung aktiv zur Aufrechterhaltung des Systems beigetragen haben. Damit verfolgt die Stadt eine klare Botschaft: Nicht nur Betreiber, sondern auch Partner und Entwickler können haftbar gemacht werden.
„Wer Inhalte liefert, die illegales Glücksspiel ermöglichen, kann sich nicht hinter der Rolle eines reinen Zulieferers verstecken.“
Mögliche Konsequenzen
Sollte die Klage erfolgreich sein, drohen Stake.us und seinen Partnern hohe Strafen. Diese reichen von Schadensersatzzahlungen über Unterlassungsverfügungen bis hin zu einem vollständigen Verbot der Geschäftstätigkeit in Kalifornien. Für die Gründer und Betreiber könnte dies auch persönliche Haftungsrisiken nach sich ziehen.
Die Klage ist zudem ein Signal an die gesamte Branche. Sweepstakes Casinos haben in den USA lange in einer rechtlichen Grauzone operiert. Doch die Behörden verschärfen zunehmend ihre Maßnahmen. Der Fall in Los Angeles könnte ein Präzedenzfall werden, der Auswirkungen auf ähnliche Anbieter in anderen Bundesstaaten hat. Besonders die Einbeziehung von Spieleentwicklern in die Verantwortung könnte weitreichende Folgen für die gesamte Glücksspielindustrie haben.
Die Debatte zeigt einmal mehr, wie schwierig die Regulierung von Online-Glücksspiel im digitalen Zeitalter ist. Auf der einen Seite steht die Attraktivität für Spieler und die wirtschaftliche Bedeutung, auf der anderen Seite die rechtlichen und sozialen Risiken. Die Stake.us Klage verdeutlicht, dass die US-Justiz gewillt ist, neue Wege zu gehen, um Schlupflöcher zu schließen und Anbieter zur Rechenschaft zu ziehen.