Ex-Jaguars-Manager Patal gesteht Millionen-Diebstahl
Der Fall des ehemaligen Mitarbeiters der Jacksonville Jaguars sorgt in den USA weiterhin für Schlagzeilen. Amit Patel, einst im Finanzwesen des NFL-Teams tätig, hat über Jahre hinweg Millionenbeträge aus den Kassen der Franchise abgezweigt, um seine Spielsucht zu finanzieren. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Wirtschaftsskandal wirkte, entpuppte sich schnell als eine Geschichte über Abhängigkeit, fehlende Kontrolle und die Gefahren des legalisierten Glücksspiels.
Zwischen 2019 und 2023 nutzte Patel seine Position, um das virtuelle Kreditkartenprogramm des Teams zu manipulieren. Auf diesem Weg verschaffte er sich Zugang zu mehr als 22 Millionen US-Dollar, die in privaten Kanälen verschwanden. Ermittler stellten fest, dass fast das gesamte Geld – rund 99 Prozent – direkt in Onlinewetten und Glücksspiele auf Plattformen wie FanDuel und DraftKings geflossen ist. Patel gab in mehreren Verhören an, er habe das Geld „nur geliehen“ und gehofft, durch Gewinne alles zurückzahlen zu können. In einem späteren Interview sagte er sogar:
„Was ich getan habe, war, das Geld illegal zu leihen. Ich dachte, ich könnte es beim Spielen wieder zurückholen.“
Jaguars Manager Patal Spielsucht als Triebfeder
Die Dimension des Diebstahls ist auch deshalb so brisant, weil Patel bereits im März 2024 zu einer Gefängnisstrafe von 78 Monaten verurteilt wurde. Zusätzlich ordnete das Gericht an, dass er Gamblers Anonymous-Sitzungen besuchen und mehr als 21 Millionen US-Dollar zurückzahlen muss. Doch die rechtlichen Probleme sind damit nicht beendet. Im Sommer 2025 wurden in Florida sechs weitere Anklagen gegen ihn erhoben, die jeweils schwerem Diebstahl über 100.000 Dollar betreffen. Sollte er in diesen Punkten ebenfalls verurteilt werden, drohen ihm bis zu 30 Jahre weitere Haft.
Patel selbst betont, dass er nicht aus Gier, sondern aus einer tiefen Abhängigkeit gehandelt habe. Spielsucht ist ein anerkanntes Krankheitsbild, das nachweislich zu Kontrollverlust und wiederholten Fehlentscheidungen führt. Dennoch sehen viele Beobachter in seinem Handeln auch eine erschreckende Leichtfertigkeit. Schließlich war er in einer Vertrauensposition tätig, verantwortlich für finanzielle Abläufe einer professionellen Sportorganisation. Der Missbrauch dieses Vertrauensverhältnisses macht den Fall für die Justiz besonders schwerwiegend.
Folgen für Glücksspiel-Anbieter
Besonders brisant ist, dass Patel inzwischen rechtliche Schritte gegen die Glücksspielanbieter selbst eingeleitet hat. In einer Klage gegen FanDuel argumentiert er, dass das Unternehmen seine Spielsucht bewusst ausgenutzt habe, indem es ihm hohe Boni, personalisierte Angebote und kontinuierliche Anreize für weitere Einsätze präsentierte. In einem Interview erklärte er:
„Sie wussten, dass ich süchtig war, und sie haben mich trotzdem immer wieder zum Spielen gebracht.“
Ob diese Argumentation vor Gericht Bestand hat, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass die Debatte über Verantwortung im Glücksspiel erneut aufflammt. Während Anbieter von Sportwetten und Online-Casinos von einem boomenden Markt profitieren, sehen Kritiker eine wachsende Zahl von Menschen, die in die Abhängigkeit abrutschen und in existenzielle Probleme geraten. Der Fall Patel ist dafür ein drastisches Beispiel: Ein hochbezahlter Fachmann mit sicherem Job zerstört seine Karriere, seine finanzielle Zukunft und sein gesellschaftliches Ansehen, nur um seiner Sucht nachzugehen.
Für die Jacksonville Jaguars bedeutet die Affäre neben dem finanziellen Verlust auch einen massiven Imageschaden. Zwar konnte das Team den Fall frühzeitig an die Ermittler übergeben, doch bleibt die Frage offen, wie ein einzelner Mitarbeiter über Jahre hinweg solch große Summen veruntreuen konnte, ohne dass interne Kontrollmechanismen griffen. In der NFL, einer milliardenschweren Liga, dürfte der Vorfall zu noch strengeren Prüfungen in den Bereichen Compliance und Finanzaufsicht führen.
Am Ende steht ein Fall, der weit über die Sportwelt hinaus Aufmerksamkeit erzeugt. Er zeigt die zerstörerische Kraft der Spielsucht, die selbst Menschen in angesehenen Positionen zu kriminellen Handlungen verleiten kann. Ob Patel jemals die Chance erhält, seine Schulden zu begleichen und sein Leben neu aufzubauen, ist ungewiss. Sicher ist nur, dass seine Geschichte als mahnendes Beispiel für die Risiken des modernen Glücksspiels in Erinnerung bleiben wird.