
Im Mai 2023 hatte die finnische National Police Board (NPB) eine Geldstrafe in Höhe von 2,4 Millionen Euro gegen die BML Group verhängt. Der Vorwurf lautete, das Unternehmen habe trotz des bestehenden Monopols Werbung für finnische Spieler betrieben. Infolgedessen wurde Betsson auf die Blacklist gesetzt, die Banken und Zahlungsdienstleister verpflichtet, Transaktionen zu diesen Anbietern zu blockieren.
Die Sperre dauerte zunächst zwölf Monate und wurde im Laufe eines Rechtsverfahrens verlängert. Nun hat die Behörde die Blockierung aufgehoben. Auf der Liste befinden sich derzeit keine weiteren B2C-Unternehmen. Damit ist Betsson eines der ersten Beispiele für eine vollständige Rückkehr nach einer Sanktion dieser Art.
Die Aufhebung bedeutet nicht, dass Betsson sofort wieder aktiv Werbung in Finnland schalten darf. Sie zeigt jedoch, dass das Unternehmen die Auflagen der Behörden erfüllt und keine offenen Verfahren mehr anhängig sind.
Aus rechtlicher Sicht ist der Weg frei, künftig eine finnische Lizenz zu beantragen, sobald das neue Lizenzsystem in Kraft tritt. Bis dahin bleibt das Monopol des staatlichen Anbieters Veikkaus Oy bestehen.
Zukunftsaussichten und Bedeutung für den finnischen Markt
Die Streichung von Betsson aus der finnischen Blacklist ist auch ein Signal für andere Betreiber. Sie verdeutlicht, dass sich Kooperation und rechtliche Klarheit lohnen. Die Behörden haben mehrfach betont, dass das Ziel kein vollständiges Verbot ausländischer Anbieter sei, sondern die Vorbereitung auf ein geregeltes Lizenzsystem.
Für Betsson selbst ist dieser Schritt strategisch bedeutsam. Finnland gilt als einer der interessantesten Märkte Nordeuropas, mit einer hohen Online-Affinität und stabilen Spielerzahlen. Schon heute nutzen viele finnische Kunden internationale Plattformen, obwohl diese offiziell nicht für sie bestimmt sind. Mit dem Wegfall der Blockierung kann Betsson wieder an Gesprächen über zukünftige Regulierungsmodelle teilnehmen und seine Position in der Region festigen.
Branchenexperten sehen in der Entscheidung ein Zeichen für den Wandel des finnischen Glücksspielrechts. Wer frühzeitig Compliance zeigt, kann später von einer schnelleren Zulassung profitieren.
Langfristig könnte Betsson damit zu den ersten internationalen Marken gehören, die in einem regulierten finnischen Markt mit lokaler Lizenz operieren. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren wiederholt betont, dass es eine legale und transparente Marktteilnahme anstrebt – ähnlich wie bereits in Schweden und Dänemark.



